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Verein
SG Kaarst 1912/35
Veröffentlichung
19.08.2010
Autor
10Plus

Interview mit Trainer Dirk Schneider

SG Kaarst 1912/35

Schneider: “Es bleibt eine junge Mannschaft”

Die SG Kaarst ist bekannt für ihren geringen Trainerverschleiß. Peter Vogel arbeitete zu Beginn der 90er fünf Jahre am Kaarster See, wenig später legte Wolfgang Jeschke acht Jahre nach. Nun schickt sich erneut ein Übungsleiter an, eine Art Dynastie aufzubauen: Dirk Schneider. Christian Kurth sprach mit dem 41-Jährigen, der in sein fünftes SG-Jahr startet, über die anstehende Saison.

Ganz im Ernst, nach wie viel Jahren nutzt sich ein Trainer ab?

Dirk Schneider (lacht): „Das kann man natürlich nicht pauschal feststellen. Ich bin aber überzeugt, dass viele Jahre bei einem Verein nicht zwangsläufig einen Abnutzungseffekt hervorrufen. Davor muss sich der Trainer dann aber auch schützen.“

Wie denn?

Schneider: „Zunächst einmal, muss er sich immer wieder selbst hinterfragen. Und er braucht umgekehrt ein Umfeld, dass ihn hinterfragt. Nur wenn man bereit ist, sich ständig zu verändern, und damit ist nicht nur Kritikfähigkeit gemeint, bleibt man dauerhaft auf einem guten Niveau. Das ist aber auch in jedem anderen Job so. Darüber hinaus braucht es ein gewisses Maß an Kreativität. Für Trainingseinheiten kann man sich beispielsweise immer etwas Neues einfallen lassen, aber auch in der Ansprache. So verhindert man auf jeden Fall schon mal Langeweile.“

Zum Glück ändern sich ja wenigstens mal die Spieler-Gesichter. In diesem Jahr gab es viele Veränderungen im Kader.

Schneider: „Das stimmt. Wir müssen herbe Verluste verkraften, nicht nur sportlich. Jungs wie Matthias Neumann oder Ernest Aygemang werden der Mannschaft fehlen.“

Das ist richtig, aber Du hast schon guten Ersatz gefunden…

Schneider: „Ja, wir haben viel Glück gehabt. Schließlich gibt es bei uns kein Geld zu verdienen. Wir leben von einem sehr guten Ruf, den wir uns in den vergangenen Jahren erarbeitet haben. So wurde der Verein einigen Spielern empfohlen, andere hat unser Konzept überzeugt.“

Das da wäre…

Schneider: „Vertrauen, eigener Nachwuchs, Kollektiv… es würde den Rahmen sprengen, ins Detail zu gehen. Aber der Verein geht den richtigen Weg.“

Die ersten Früchte sind schon da.

Schneider: „Klar, wir bekommen jetzt seit einigen Jahren vermehrt A-Jugendliche, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Igor Fafenrot, Sebastian Lorenz, Florian Cronen, Oliver Hensen, Marc-Robin Philipp, Sebastian Seget, Sali Irgat und viele mehr. Die verstärkte Jugendarbeit zahlt sich aus, da machen viele einen sehr guten Job. Und es sind weitere starke Jahrgänge in Sicht.“

Das hört sich doch nach einem größeren Plan an.

Schneider: „Planen kann man das nicht. Aber es ist ein großes Ziel, mein persönlicher Wunsch, mit einer Großzahl von Eigengewächsen, von Kaarster Jungs, einmal in die Landesliga aufzusteigen. Ich bin überzeugt, dass dieser Verein das leisten kann.“

Und was passiert dann mit Dirk Schneider, wann ist Schluss bei der SG?

Schneider: „Diese Frage kann ich wirklich nicht beantworten. Ich plane – soweit es eben geht – langfristig. Aber auch jedes Jahr neu. Der Vorstand und ich setzen uns immer zu Jahresbeginn aufs Neue hin und stecken unsere Gedanken ab, dann wird entschieden, ob es weitergeht. Wenn ich es mir aussuchen dürfte, bleibe ich noch viele Jahre.“

Aber es muss doch ein Ziel für Dich als Trainer geben…

Schneider: „Klar, ich will Bundestrainer werden. Oder Trainer des FC Liverpool. Nein, ich möchte den Jungs etwas beibringen, das ist unabhängig von der Spielklasse. Entscheidend ist: Hier ist das möglich.“

Das wird nicht so schnell klappen, wie sind die kurzfristigen Ziele, sprich, was geht in dieser Spielzeit?

Schneider: „Die SG Kaarst bleibt eine junge Mannschaft. Da darf man keine hohen Ziele stecken, das bringt überhaupt nichts. Wie immer gilt, zunächst 40 Punkte zu erreichen. Falls uns das zeitig gelingt, wäre ich mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden.“

Mit freundlicher Genehmigung
sg-kaarst-fussball.de

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