- Verein
- 1. FC Kleve 63/03
- Veröffentlichung
- 20.12.2010
- Autor
- 10Plus
Brennpunkt NRW-Liga: Kleve zieht mit sofortiger Wirkung die erste Mannschaft zurück!
In den vergangenen Monaten haben die Geschehnisse rund um unseren Verein die Menschen in der Stadt bewegt. Zu viel Vertrauen ist in der Vergangenheit verspielt worden, wodurch die Stadt Kleve auch dem neuen Leitungsteam keine Chance mehr für einen Neubeginn durch Gewährung des notwendigen Zuschusses für den Stadionumbau gab. Der Verein hatte in seinem vorgelegten strategischen Konzept keinen Zweifel daran gelassen, einen neuen Weg gehen zu wollen. Durch den Ratsentscheid vom 10.11.2010 haben sich die Rahmenbedingungen für den Verein natürlich nicht verbessert. Mit dem Stadionbau galt es ja, nicht nur Sitzplätze für fußballbegeisterte Zuschauer zu schaffen, sondern vielmehr ist das Stadion Mittelpunkt für den Vereinsbetrieb. Aufenthalts- und Gymnastikbereiche waren dort ebenso vorgesehen wie dringend benötigte Umkleidekabinen für unsere erfolgreiche Jugendabteilung. Denn heute nutzt die Jugendabteilung die Baracke im alten Gustav-Hoffmann Stadion mit separiertem Eingang und Spielbetrieb – und somit ist ein wesentlicher, nein wichtigster, Teil unseres Vereinslebens und unserer Vereinsaufgabe weit weg vom übrigen Vereinsgeschehen.
Darüber hinaus machen die zu erwartenden Forderungen der Finanzverwaltung uns als heutige Verantwortliche sehr große Sorgen. In vielen gemeinsamen Sitzungen in den vergangenen Monaten haben wir Zukunftsplanungen, Visionen, Chancen und Risiken für den Verein aufgearbeitet. Aber zu oft hatte man auf Zusagen gebaut und ist dabei „übel“ enttäuscht worden.
In den gestrigen frühen Morgenstunden haben wir dann gemeinsam mit dem Vorstand und dem Verwaltungsrat Entscheidungen getroffen, die den Verein sowie die Fußballlandschaft in der Region Kleve nachhaltig verändern werden. Vorstand und Verwaltungsrat haben letztendlich (nahezu) einstimmig und schweren Herzens beschlossen, die 1. Senioren-Herrenmannschaft vom Spielbetrieb aus der NRW-Liga abzumelden – mit der Folge, als erster Absteiger in die Niederrheinliga festzustehen. Diese Entscheidung war zwingend notwendig und ist bei vernünftiger Betrachtung alternativlos, obwohl die finanziellen Mittel für den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison wohl ausgereicht hätten – und dann?
Durch die heutige, frühzeitig getroffene Entscheidung erhält jeder Spieler die Möglichkeit, in der Winterpause einen anderen Verein zu suchen. Gerade weil einige Fußballspieler ihre Familien hiervon zu ernähren haben, ist dieses Zeitfenster gewählt worden. Würden alle Forderungen seitens der Finanzverwaltung oder seitens der Stadt Kleve in den nächsten Wochen rechtswirksam fällig und sofort zahlbar gestellt, reichen unsere finanziellen Mittel zur Befriedigung sämtlicher Forderungen nicht aus, und eine Insolvenz wäre unvermeidbar. Die spielberechtigungswahrende Frist (31.01.2011) für einen Vereinswechsel wäre dann verstrichen. Dieses hätte zur Folge, dass die Spieler keine Möglichkeit zum Wechsel bis zum Sommer mehr besitzen würden und auf Ersatzleistungen angewiesen wären. Das wollen und werden wir nicht verantworten. Diejenigen Spieler, die kein Wechselangebot erhalten, werden selbstverständlich durch den Verein – von uns aus – bis zum Vertragsende weiterhin entlohnt.
Die Chancen
Mit dem „Stopp – nicht weiter so wie bisher“ setzt der Verein heute ein deutliches Ausrufezeichen und unterstreicht seine Absicht, die inneren Strukturen verändern zu wollen. Unsere Jugendabteilung erhält im Vereinshaus, wo heute VIP-Räume und ähnliches zu finden sind, neue Dusch- und Umkleidemöglichkeiten. Die Heizungsanlage aus den siebziger Jahren muss bei den heutigen Energiepreisen dringend ausgetauscht werden. Die Eintrittspreise zu den Spielen sollen gesenkt und die Beteiligung der Jugendabteilungen bei den Heimspielen gefördert werden. Mit diesen wichtigen Maßnahmen wollen wir wieder mehr Vereinsgefühl schon bei den Kindern schaffen – wir wollen Vereinsleben wieder erlebbar machen!
Ja, die 1. Senioren-Herrenmannschaft wird ihr Gesicht verändern. Wir werden mit weiteren neuen jungen „hungrigen“ Spielern aus dem Kleverland eine schlagfertige Fußballmannschaft schmieden, die erfolgreich sein wird. Aber mit einem wesentlichen Unterschied zur Vergangenheit:
„Wir geben nur noch maximal das Geld aus, was uns durch die gültigen Sponsorenzusagen unter einem Höchstmaß an Wahrscheinlichkeit im Laufe der Saison auch zufließt und nach Förderung der Jugendabteilung übrig bleibt.“ Darüber hinaus müssen wir Rückstellungen zur Sicherung des Vereinsbetriebes bilden.
Die Jugendarbeit ist der wichtigste Erfolgsgarant einer sportlich erfolgreichen Zukunft unseres 1. FC Kleve. Durch tolle Lokalderbys mit unseren benachbarten und befreundeten Sportvereinen in der neuen Spielzeit wollen wir wieder Spannung in die „VolksbankArena“ bringen.
Sie erkennen hoffentlich, welche unbedingte Absicht bei allen heutigen Verantwortlichen vorliegt – wir kämpfen für den Erhalt des Vereins. Im Frühjahr werden wir uns auf einer Mitgliederversammlung den Fragen, Anregungen und der Kritik unserer Mitglieder stellen.
Eric Jansen
Vorsitzender
Lukas Verlage
Vorsitzender des Verwaltungsrates
Quelle: www.1fc-kleve.de



